Montag, 15. November 2010

Der zehnte Geburtstag

ist der erste mit einer Null. Macht ihn vielleicht deshalb ein bissel zu etwas Besonderem. Jedenfalls war ich ganz melancholisch am Wochenende. Einmal mehr ein Blick auf die dahinrasenden Jahre. Und mein jüngster wird diese Woche auch schon sieben. Eben noch ein Baby und heute ein selbstbewusstes kleines Kerlchen, der sehr energisch seine eigenen Standpunkte verteidigt.

Da wachsen sie nun vor meinen Augen, mit meiner Hilfe auf, da macht man sie unabhängig und selbständig und sich selbst Stück für Stück als Mutter überflüssiger. Da gibt man Ihnen Wurzeln, Geborgenheit und Wärme und gleichzeitig baut man an den Flügeln, die sie eines Tages davontragen werden. Nach China will Aaron auf jeden Fall, sagt er. Oder zum Austauschjahr in die USA. Oder beides. So sicher ist er sich da. Und ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sorge dafür das er spielend Englisch lernt und Freude daran hat und google eine Oberschule mit chinesisch als Fremdsprache.

Unvorstellbar, im Flur nicht mehr über Schultaschen, Turnbeutel, Schwimmrucksäcke und Mützenberge zu stolpern. Verbuddeltes Bonbonpapier im Blumentopf finden. Berge von Kuscheltieren, unter denen irgendwo ein Kind vergraben liegt. 5000 Socken mit Spiderman und Spongebob sortieren müssen. Oder diese Brotdosen, die bereits das Laufen lernen, aus einem verknoteten Turnzeug rausarbeiten. Keine Nutellahände mehr am Treppenlauf. Und renovierte Wände sehen auch nach einem Jahr noch renoviert aus.

Bitte Zeit, bleib doch mal stehen.
Lass mir meine anhänglichen schmusigen Jungs, die ohne mich nicht einschlafen können, doch noch eine kleine Weile.

Im November des Jahres 2000, ein tpyischer, kalter grauer Novembernachmittag, es war schon dunkel draussen, begann die wunderbarste Zeit meines Lebens. Jeden Tag aufs Neue bin ich dankbar für dieses Geschenk, diese Geschenke, die das Leben mir gleich dreifach gemacht hat. Geburtstage sind ein guter Moment dankbar zu sein, für das alles.

Für diese wunderbaren, quirligen, nervenaufreibenden, fordernden drei Jungs, die mich jeden Tag spüren lassen, das ich lebe und gebraucht werde. Die alles andere nebensächlich machen.

Ich wünsche Euch eine wunderbare, nicht ganz so dunkle, Novemberwoche.

1 Kommentar:

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