Donnerstag, 22. Mai 2008

Zwei Layouts und immer noch "Schule"

... immerhin. Meine Karten für das Karten-Wichteln bei Paperbraut sind auch fertig und warten auf den nächsten Spaziergang zum Briefkasten. Fotos habe ich natürlich keine gemacht *schäm*





Und was gibt es sonst so?
Sehr nettes und langes Telefonat mit einem Therapeuten im Zentrum für Dyskalkulie.
Er hat mir nicht wirklich viel Hoffnung gemacht,- die Therapie wird vom Land Berlin nicht bezahlt, es gibt (noch) keine Rechtsvorschriften hierfür. Für Lese- und Rechtschreibschwäche schon.. für Dyskalkulie (noch) nicht. Also heißt das, die Therapie kostet 245,00 Euro pro Monat und muß privat gezahlt werden. Das Erstgutachten kostet ebenfalls 200,00 Euro. Die Therapie selbst stellt uns vor logistische Probleme, denn das Zentrum ist einmal in Wilmersdorf und einmal in Prenzlauer Berg. Also beides nicht gerade um die Ecke und somit heißt das, ich muß die beiden Kleinen mit S- und U-Bahn eine Stunde (eher mehr) durch die halbe Stadt mitschleppen, dort im Wartezimmer eine Stunde beschäftigen, während Aaron Therapie hat und dann wieder zurück. Jede Woche. Mindestens zwei Jahre lang. Die andere Variante, bedeutet Babysitter für die beiden Kleinen, was die Therapiekosten dann dramatisch "erhöhen" würde. Michael lasse ich mal aussen vor, seine Arbeitszeiten im Hinterkopf ist es völlig ilusorisch, das er diesen Termin mit Aaron regelmässig wahrnehmen könnte.

Unterstützung durch die Schule? Hä? Wie jetzt? Wir fördern doch nur Kinder mit Spitzenleistungen,- LRS und Dyskalkulie Förderstunden fallen doch dann öfter mal weg. Und weil es eben viel einfacher ist, sich NICHT mit der Thematik zu beschäftigen, schlagen wir dann einfach vor, das Aaron doch bitte die zweite Klasse wiederholen möge, die Matheschwäche "wächst sich dann schon aus"

Meine Antwort: Ja aber, das Tolle (Achtung IRONIE) Jahrgangsübergreifende Lernen sei doch gerade dafür gedacht, das die lernschwachen KINDER nicht mehr im klassischen Sinne sitzenbleiben können, sondern in ihrem individuellen Lerntempo lernen könnten...... JAAAAAAAA, theoretisch schon.

Theoretisch ist JÜL ja auch ein ganz tolles Lernsystem. Aber praktisch ist das ja gaaaanz was anderes. Viel praktischer ist es ja, die lernschwachen Kinder und deren Eltern solange zu demotivieren und zu frustieren, das sie von selbst das Weite suchen, Schulden machen, und ihrem Kind den Besuch einer Privatschule ermöglichen.

Oder aber (auch nicht besser) doch vorschlagen, das Kind möge doch auf eine Förderschule gehen, mit kleinen Klassen usw. Das dort aber eben auch KINDER unterrichtet werden, die mit schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen zu kämpfen haben, und Kinder mit LRS oder Dyskalkulie dort natürlich auch völlig fehl am Platze sind... nein, nein, es ist ja viel bequemer, die Schuld auf die Eltern zu schieben, vorzuschlagen, man möge doch das Arbeiten einstellen (schlechte Idee, wie sollen wir sonst die teuren Therapien bezahlen, die weder Krankenkassen noch Behörden bezahlen wollen) und sich lieber um die Kinder kümmern.

Da vermittelt man dem betroffenen Kind lieber weiterhin das Gefühl "nicht genug zu üben" und den Eltern sagt man mit vorwurfsvollem Ton in der Stimme, das ist "alles eine Frage der Einstellung zur Schule und wir wären ja kontraproduktiv in der Kommunikation"....

"einatmen, ausatmen,einatmen, ausatmen"

Ich gehe jetzt mal Voodoo-Puppen "googlen". Ich probiere es dann mal mit Heilzauber: wie wäre es mit HIRNHEILUNG???

Ich sehe mich wirklich als positiv denkenden Menschen. Ich suche lange nach Lösungen, vergebe gerne eine zweite Chance oder auch eine dritte, wenn ich das Gefühl habe, die Sache ist es "wert", darum zu kämpfen. Das gilt für Freundschaften, Berufliches und für jeden anderen Lebensbereich.

Aber diese ganze Aktion "Schule", Schulhelfer, Dyskalkulie-Therapie treibt mich ernsthaft an meine Grenzen. Ich habe das Gefühl, wir drehen uns im Kreis, - und Opfer sind meine Kinder. Und wenn ich dann meinen traurigen Sohn sehe, der verzweifelt ist, weil die Erstklässler jetzt schon besser sind in Mathe als er, wenn ich seine traurigen Augen sehe und er aus der Schule kommt und sagt: "Mama, wenn ich soo schlecht in Mathe bin, muß ich dann Hartz IV Empfänger werden?" dann zerreißt es mir das Mutterherz.

Nur meine Kinder treiben mich an, eine Lösung zu finden.

Armes Deutschland. Und diese emotionale sehr ansprechende Kampagne "DU bist Deutschland" die für mehr Kinderfreundlichkeit wirbt, ist in meinen Augen blanker Hohn.

1 Kommentar:

  1. Leider ist diese (Schul-)Gesellschaft wirklich nicht für die Menschen gemacht, die NICHT dem Standard entsprechen. Abweichler werden geschickt ignoriert. Schade. Sag deinem kleinen Schatz, dass ich auch dyskalkuliere, dass ich nicht Hartz IV empfange und dass nur die Kinder arbeitslos werden, die keine Mamas haben, die sich so stark engagieren! :)
    Ich drück euch mal alle!

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