Dienstag, 22. April 2008

Alltags-Dramen-Posting

Gestern ging die dreijährige Therapie für unseren Joshua zu Ende. Ein großes Kapitel in seinem Leben. Das nächste steht bevor, die Schule.

Der Schularzt empfahl uns einen Schulhelfer zu beantragen. Beim Amt wurde mir mitgeteilt, das die Aussichten schlecht sind, denn die Schulhelferstunden wurden vom Senat auf ein absolutes Minimum zusammengestrichen, Kinder wie Joshua die nur temporär für die Einstiegsphase der Schule einen Helfer brauchen, bekommen keinen mehr. Das müsse jetzt über die Schule gewährleistet werden.

Ja, nee, ist schon klar - eine Erzieherin für 27 Kinder in drei Altersgruppen zwischen fünfeinhalb und achteinhalb kann ja auch locker die Hausaufgaben mit den "großen und mittleren" Kindern machen, die anderen sinnvoll beschäftigen und zwischendurch noch vernünftige pädagogische Arbeit leisten mit Kindern, die besonders viel Liebe und Zuwendung brauchen.


Ich habe auch keinen Hortplatz für Joshua bekommen. Meine Teilzeit-Selbstständigkeit berechtigt mich nicht mehr für einen Hortplatz, es gibt zuviele Anträge von Vollzeit-arbeitenden Eltern.

Ich habe aber auch keinen neuen Kindergartenplatz für Eliah in Rahnsdorf. Das bedeutet: Joshua ist sogenanntes Hauskind und wird um 13.30 Uhr nach Hause geschickt, nach der Schule. Aaron darf bis 16.00 Uhr bleiben, denn der alte Vertrag ist natürlich gültig. Ich bin aber nicht zu Hause, denn ich pendele ja zwischen 13.00und 15.00 Uhr zwischen Köpenick und Rahnsdorf, um Eliah abzuholen.

Beim Hort/Kita-Amt verstehen sie nur Bahnhof. Meine Einwände, das ich entweder einen Kitaplatz in Rahnsdorf oder einen Hortplatz für Joshua benötige, wurde mit dem Argument, dann solle doch die Oma die Kinder abholen, abgewiesen. Welche OMA? Die Hamburger Oma?

Ich möchte am liebsten gewalttätig werden.

Dies haben wir übrigens dem rot-roten Senat zu verdanken. Wenn das so weitergeht, dann werde ich entweder millitant oder zur Nicht-Wählerin.

Soweit haben sie mich jetzt schon. Ich bin jetzt seit 2 Wochen täglich unterwegs in Sachen Behörden. Telefonisch oder persönlich.

Wie gut das ich nicht arbeite *ironiemodus aus*

Und neben all dem: Elterngespräche, Nachhilfe, Haushalt, Hund und Kinder. Die Vorbereitungen für den Workshop am Wochenende.

Nein, ich bin heute schon eine halbe Stunde mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen. Danke für den Vorschlag. Hilft leider nicht wirklich.

Ich hole mir jetzt eine Aspirin.

Kommentare:

  1. Ohoh, bei euch brennt ja auch die Luft! Das Schlimmste ist ja, dass man am Ende doch hilflos danebensteht und zusehen muss, wie dem eigenen Kind die Chancen weggenommen werden, denn die Schule und sämtliche Ämter haben immer den längeren Arm - ein Hoch auf die Verwaltung! Ich habe es jedenfalls noch nicht erlebt, dass wir etwas Schulisches in unserem Sinne regeln konnten. Zum Glück haben wir mit Kita/Hort (noch) keine Probleme.

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  2. Ich kann deine Ohnmacht gut verstehen. In manche Köpfe geht eben einfach nicht rein, dass Omas weit weg wohnen (das Problem kenne ich nur zu gut) oder eben selbst noch berufstätig sind und eben nicht dauernd parat stehen. Ich wünsche dir für die anstehenden Behördenkämpfe viel Kraft und für Joshua einen guten Start!

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  3. oh man wenn ich als Nicht-mutter mich schon über das System in DE beschwer...dann kann ich grad nachvollziehen wie du dich fühlst... du arme... ich drück dich mal und hoff es findet sich schnell eine Lösung

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  4. Man möchte doch wirklich Motten kriegen!
    Statt dass man Kinder zu haben unterstützt, macht man es den Eltern so schwer... Angeblich wollen wir doch das Schul-und Arbeitssystem abstimmen wie in Schweden - aber vorher friert die Hölle ein, glaube ich!
    Fühl dich gedrückt!

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Danke, dass Du vorbeigeschaut hast!